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Die Seniorenweihnacht 2019 – Die Stadthalle war weihnachtlich geschmückt!

 

750 Seniorinnen und Senioren nahmen die Einladung der Stadt Dietikon an und kamen zur Seniorenweihnacht 2019 in die weihnachtlich geschmückte Stadthalle in Dietikon.

 

Stadtpräsident Roger Bachmann begrüsst die Senior-innen und Senioren aufs herzlichste und überbrachte die Grüsse des Stadtrates.  Auch der höchste Dietiker– der Gemeinderatspräsident Markus Erni – kam mit Mirjam Peter zu dieser stimmungsvollen Weihnachtsfeier. Luzia Räber – Theologin und Seelsorgerin der katholischen Kirche Dietikon – erzählte die Weihnachtsgeschichte mit dem Titel «Die Versuchung». Die Gäste hörten aufmerksam zu.


Im Anschluss daran traten die «Merry Sisters» der etwas andere Frauenchor vom Mutschellen auf. Sie verzau-berten die Gäste mit ihrem musikalischen Potpourri. Zum Schmunzeln war dann da auch so einiges dabei. Es war eine sehr gelungene Darbietung und die «Merry Sisters» schlossen ihre Vorstellung wie jedes Jahr mit dem gemeinsamen Singen von „Stille Nacht heilige Nacht“. Der ganze Saal hat mitgesungen, es war eine schöne weihnachtliche Atmosphäre. 


Im Anschluss daran lud die Präsidentin des Frauen-vereins Dietikon (Organisator der Seniorenweihnacht) zu einem Z’Vieri ein. Die Gäste bedankten sich nochmals mit einem grossen Applaus bei den Helferinnen und Helfern, welche die alljährliche Seniorenweihnacht ermöglicht haben. Der Stadt Dietikon sei dank, dass sie auch dieses Jahr die finanziellen Mittel für die Ausrichtung der Seniorenweihnacht zur Verfügung stellt.


Den Mitarbeitern der Infrastrukturabteilung gilt ein besonderer Dank. Sie kamen um 7.00 Uhr morgens in die Stadthalle, um Tische und Stühle aufzustellen und den Weihnachtsbaum, welchen sie mitbrachten zu schmücken.


 Es war eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier und Jedermann und Jedefrau machte sich zufrieden auf den Heimweg.


Esther Schasse, Präsidentin des FVD



Ansprache Seniorenweihnacht 2019

Liebe Dietikerinnen und Dietiker

Es freut mich sehr, dass Sie auch in diesem Jahr so zahlreich zur Seniorenweihnacht erschienen sind und ich Ihnen die Grüsse des Stadtrates Dietikon überbringen darf. Ohne die tatkräftige Unterstützung des Frauenvereins und den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern wäre die heutige Feier aber nicht möglich und darum ein ganz grosses Dankeschön an alle, die heute mithelfen.

An unserer diesjährigen 1. Augustfeier habe ich ein neues Wort kennen gelernt, das mich persönlich sehr nachdenklich gestimmt hat: Unsere Festrednerin, die Publizistin und Autorin Julia Onken, hat von "Seniorenbashing" gesprochen, sie hat zwar gesagt, dass sie selber nicht davon betroffen sei, dass sie aber an ganz vielen Orten beobachte, wie das Älterwerden als eine Belastung für die Gesellschaft angesehen werde. Und dann hat ProSenectute kürzlich einen Brief an alle Haushaltungen verteilt wo man drin lesen konnte, dass sich in der Schweiz immer mehr Senioren entsorgt statt umsorgt fühlen.

Seit Monaten bestimmt die Klimadebatte die Politik und die Medienberichterstattung, wo nicht selten die Jugend den älteren Generationen vorwirft, sie hätten die Klimamisere verursacht und die Jüngeren müssten jetzt ausbaden, was die Alten angerichtet haben.

Ein deutsches Wirtschaftsinstitut hat in einer Studie vor zwei Jahren herausgefunden, dass Deutsche im Alter bis 50 Jahre deutlich mehr Lebensmittel wegwerfen, die eigentlich noch geniessbar wären, als die ältere Generation. Wer mit Entbehrungen aufgewachsen ist, hat offensichtlich ein anderes Verhältnis zum Essen und vermutlich auch zur Umwelt insgesamt, als Generationen, die den Überfluss als normal erleben. Aus meiner Sicht sind darum die Vorwürfe der Jungen an die Alten unfair, nicht zuletzt weil gerade jüngere Generationen meistens gar nicht wissen, was "Verzicht" bedeutet.

Wohl verstanden, ich finde es toll, wenn sich junge Leute Gedanken über die Zukunft machen und sich politisch engagieren - mir macht es aber grosse Sorgen, wenn in vielen politischen und gesellschaftlichen Themen offenbar immer mehr ein Generationenkonflikt am Entstehen ist und der Solidaritätsgedanke, der in unserer Gesellschaft bis jetzt gut funktioniert hat, immer mehr unter Druck kommt und hinterfragt wird. Man ist sich zunehmend gegenseitig "futterneidig", mag sich nichts gönnen und schaut nur noch für das eigene Wohl und v.a. Portemonnaie und dabei spielt es auch gar keine Rolle, welche Werte und Ideologien man selber vertritt.

Natürlich sollen sich die Älteren auch ihrer Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen bewusst sein, ganz gleich ob es um die Altersvorsorge, die Umwelt oder andere Themen geht. Die Jüngeren sollen aber auch anerkennen, was die Älteren geleistet, erarbeitet und worauf sie auch verzichtet haben. Man soll die ältere Generation eben nicht als eine Hypothek sehen, sondern soll von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung profitieren.

Im beruflichen Alltag bin ich ein grosser Verfechter von gemischten Teams und zwar sowohl in Bezug auf die Geschlechter als auch auf das Alter, weil erfolgreiche Teams verfügen über die Dynamik und die Innovationskraft der Jungen aber eben halt auch über die Erfahrung und die Routine der Alten. 

Die mittlerweile 93-jährige englische Königin Elizabeth II, hat bei Ihrer Weihnachtsansprache im letzten Jahr zu einem respektvollen Umgang untereinander aufgerufen und gemeint, dass sie über all die Jahre viele Veränderungen gesehen habe, Glaube, Familie und Freundschaft aber immer eine Konstante gewesen seien, die ihr Trost und Ruhe gespendet haben. Sie hat sicher recht, wenn sie sagt, dass man sich immer mit Respekt begegnen soll, auch wenn man grosse Differenzen habe, das sei ein guter Schritt zu mehr Verständnis.

Vielleicht ist ja gerade in der Advents- und Weihnachtszeit wieder einmal der Moment gekommen, wo wir Alle, ob jung oder alt, uns Gedanken darüber machen, wie wir künftig miteinander und nicht gegeneinander in die Zukunft gehen.

Weihnachten ist ja schliesslich jene Zeit, wo alle, Enkel, Eltern, Grosseltern und vielleicht ja sogar Urgrosseltern miteinander zusammen sind, die Grossmutter ihren Enkel das Guetzlibacken beibringt, während der Sohn der Mutter erklärt wie das neue Handy funktioniert und nach dem gemeinsamen Weihnachtsessen singen ja vielleicht sogar alle miteinander zusammen noch Weihnachtslieder und man wird sich dabei bewusst, wie schön es ist, wenn man generationenübergreifend zusammen sein und gegenseitig voneinander lernen kann - eine Erkenntnis, die dann hoffentlich auch im Rest des Jahres Bestand haben wird und zu mehr Toleranz und Respekt unter den Generationen führen wird.

Vergessen wir an dieser Stelle aber auch jene Menschen nicht, denen es eben nicht vergönnt ist, die Advents- und Weihnachtszeit im Kreis der Familie zu verbringen: Wenn Sie so jemanden kennen, schenken Sie ihm oder ihr doch etwas, das nichts kostet und trotzdem zum wertvollsten und schönsten gehört das es gibt, nämlich Zeit: Zeit zum Reden, Zeit zum Zuhören, Zeit zum Lachen, Zeit zum Zusammensein.

 Wie sagt ein irisches Sprichwort: "Als Gott die Zeit machte, hat er genug davon gemacht" - darum nehmen wir uns diese Zeit für uns selber aber eben auch für andere!

 

Liebe Dietikerinnen und Dietiker, ich wünsche Ihnen allen und Ihren Liebsten eine besinnliche Adventszeit und schon jetzt schöne Weihnachten und dann vor allem auch einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2020!

 

Roger Bachmann, Stadtpräsident von Dietikon