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Sehr geehrter Herr Kantonsratspräsident

Frau Regierungspräsidentin und Frau Regierungsrätin

Liebe Kolleginnen und Kollegen aus den kommunalen Parlamenten und Regierungen

Geschätzte Gäste

 

Es ist mir eine grosse Freude, Sie alle im Namen des Stadtrates heute bei uns zum offiziellen Festakt aus Anlass des 50-jährigen Stadtrechtes von Dietikon willkommen heissen zu dürfen. Sie sind mir hoffentlich nicht böse, wenn ich nicht jeden namentlich begrüsse, aber ein paar Persönlichkeiten will ich trotzdem speziell erwähnen.

Dass der Kanton nebst dem höchsten Zürcher, gerade mit zwei Regierungsvertreterinnen hier ist ehrt uns sehr - Herzlich willkommen, Dieter Kläy, Carmen Walker Späh und Jacqueline Fehr. Auch unter uns ist der quasi «verlängerte Arm» des Kantons im Bezirk Dietikon, Statthalter Simon Hoffmann.

Ganz besonders willkommen heissen darf ich auch den Präsidenten des GPV, dem Gemeindepräsidentenverband des Kantons Zürich, Jörg Kündig und stellvertretend für alle anwesenden Stadtpräsidenten begrüsse ich Nationalrat und Stadtpräsident von Wädenswil, Philipp Kutter.

Die Anwesenheit von ganz vielen ehemaligen Mitgliedern des Dietiker Stadtrates, darunter auch meine letzten drei Vorgänger, die Alt-Stadtpräsidenten, Dr. Markus Notter, Hans Bohnenblust und Otto Müller, freut mich persönlich sehr.

Vertreten sind nebst der amtierenden Dietiker Exekutive auch zahlreiche Parlamentsmitglieder, unter ihnen auch der aktuell höchste Dietiker, Gemeinderatspräsident Markus Erni; nebst dem höchsten Dietiker und dem höchsten Zürcher darf ich auch den höchsten Stadtzürcher, Heinz Schatt unter uns begrüssen.

 

Ein spezieller Willkomensgruss geht natürlich auch an Alle Kolleginnen und Kollegen aus unseren Nachbargemeinden und der Nachbarstadt Schlieren. 

Besondere Freude bereitet mir aber der Besuch der Delegationen aus den anderen Städten und Parlamentsgemeinden des Kantons Zürich - Vielleicht ist der heutige Tag ja der Beginn eines regelmässigeren Austauschs unter uns, weil schliesslich teilen wir ganz viele Freuden aber eben auch Sorgen, ich denke da natürlich v. a. an die Zentrumslasten, sei dies in Bezug auf Finanzen, soziale Themen, Verkehr usw., sie wissen alle wovon ich rede.

Ich bin überzeugt, dass es in Zukunft immer wichtiger wird, dass wir Städte uns noch viel intensiver als in der Vergangenheit austauschen, gemeinsam über Problemlösungen diskutieren, gegenseitig voneinander lernen, aber auch zusammen für unsere Anliegen werben und einstehen.

Von der Gegenwart jetzt aber ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Am 25. September 1969 hat der Grosse Gemeinderat, das Parlament der Stadt Dietikon, beschlossen, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber entscheiden zu lassen, ob sich Dietikon künftig als Stadt bezeichnen solle oder nicht.

Die Stadtregierung war dagegen, genauso wie die kantonale Aufsichtsbehörde, die auf eine entsprechende Anfrage mitteilte, dass es nicht wünschenswert sei, wenn andere Orte als Zürich und Winterthur sich als Städte bezeichnen würden.

Das Volk wollte aber nicht hören und hat am 30. November 1969, also genau heute vor 50 Jahren, wenn auch knapp, mit 1'135 Ja zur Stadt und 1'011 Ja zur Gemeinde, also mit 124 Stimmen Unterschied beschlossen, dass Dietikon in der Gemeindeordnung künftig als Stadt bezeichnet wird.

 

Dietikerinnen und Dietiker haben sich 1969 aber nicht nur beim Thema "Stadtrecht" progressiv zeigt sondern waren offenbar auch in Bezug auf die Gleichberechtigung sehr fortschrittlich unterwegs, weil noch im gleichen Jahr auch das kommunale Frauenstimmrecht eingeführt wurde.

Heute ist Dietikon die fünftgrösste Stadt im Kanton Zürich und schweizweit unter den Top30 - Dietikon ist eine äusserst lebenswerte und vielseitige Stadt, die von aussenstehenden, ortsunkundigen Leuten und nicht zuletzt auch den Medien, unsere Lokalpresse ausgenommen, gerne auf Themen wie "hoher Ausländeranteil", "hohe Sozialhilfequote" oder "hoher Steuerfuss" reduziert wird.

Wenn ich mit Leuten, die Dietikon eben nur auf Grund dieser Schlagwörter aus der Presse, der Durchfahrt mit dem Zug von Zürich nach Basel oder von der Autobahn A1 aus kennen, dann einmal ein Rundgang durch Dietikon mache, dann ist jedes Mal das grosse Staunen angesagt und ich bekomme zu hören: "Das hätte ich aber nicht gedacht!"

Das wahre Dietikon, mit seinen aktuell über 27'000 Einwohner aus 100 verschiedenen Nationen, über 100 Ortsvereinen, 1'700 Firmen, die 17'000 Arbeitsplätze bieten, hat eben wirklich mehr zu bieten als nur Beton und Verkehr:

25% unserer Fläche bestehen aus Wald, wir haben Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung, nebst der Limmat fliesst die Reppisch durch unsere Stadt, die wir übrigens schon lange sehr gerne qualitativ aufwerten würden, wenn dann das zuständige kantonale Amt die notwendigen Grundlagen im Bereich des Hochwasserschutzes schaffen würde - aber vielleicht können die beiden anwesenden Regierungsrätinnen ja bei ihrem zuständigen Amtskollegen einmal ein gutes Wort für uns einlegen…

 

 

Mit dem Marmoriweiher gibt es bei uns im Übrigen ein Gewässer, wo man in besonders kalten Monaten sogar Schlittschuhlaufen kann. Wintersport ist ohnehin ein wichtiges Thema in Dietikon: Nicht nur der ehemalige Ski-Natitrainer Karl Frehsner wohnt seit vielen Jahren bei uns, nein auch der tiefstgelegene Skilift der Schweiz befindet sich in unserer Stadt - Schneekanonen dürfen wir als Energiestadt Gold aber leider nicht einsetzen.

In Bezug auf Freizeit, Brauchtum und Kultur hat Dietikon auch sehr viel zu bieten: Die vielen Ortsvereine habe ich schon erwähnt - wer würde aber vermuten, dass in Dietikon z. B. auch jedes Jahr ein Niklausschwinget, übrigens gerade heute wieder in unser Stadthalle, stattfindet oder der Samichlausumzug, der morgen wie jedes Jahr viele Familien und Kinder aus der ganzen Region anziehen wird. Dietikon hat sogar die zweitgrösste Trychler- und Geiselchlöpfergruppe der Schweiz, etwas das man sonst eher in Land- und Bergregionen vermuten würde.


Seit Anfang Jahr verfügen wir mit dem "Gleis21" auch über ein Kulturlokal, das mit einem absolut sehenswerten Programm über die Region hinaus strahlt - sie sehen also wir sind wirklich eine vielfältige Stadt, wo Urbanes und Traditionelles problemlos nebeneinander existieren und diese Stadt ebenso spannend machen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Dietikon künftig noch interessanter werden wird, wenn man bedenkt, welchen Investitionsschub die Limmattalbahn in nächster Zeit auslösen wird:

 Auch wenn sich immer noch nicht ganz alle Dietikerinnen und Dietiker mit diesem Schienenfahrzeug anfreunden können und wir Alle in den nächsten 2 ½ Jahren noch sehr viel an Baulärm und anderen Nebenwirkungen ertragen müssen, so bietet dieses Jahrhundertprojekt eben auch viele Chancen - schon heute sind positive Entwicklungen und Modernisierungen entlang dem Schienentrassee erkennbar. Wir befinden uns mitten in einem Transformationsprozess, den diese Stadt in nächster Zeit, auf dem Weg zu einem modernen, lebenswerten, regionalen Zentrum, durchlaufen wird.

Jetzt wünsche ich Ihnen allen aber einen vergnüglichen und schönen Aufenthalt bei uns in Dietikon.

Roger Bachmann, Stadtpräsident Dietikon

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