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Liebe Dietikerinnen und Dietiker

 

Es ist mir eine grosse Freude und Ehre, dass ich Ihnen die Grüsse des Stadtrates Dietikon überbringen und mit Ihnen zusammen die diesjährige Seniorenweihnacht, hier in der Stadthalle feiern darf.

Dietikon hat in diesem Jahr mit dem Stadtfest bewiesen, dass wir eine aktive und äusserst lebenswerte Stadt sind und viele von Ihnen, die schon seit Jahrzehnten hier wohnen, haben in der Vergangenheit gewissermassen den Grundstein dazu gelegt:

Viele von Ihnen waren nämlich zum Teil jahrzehntelang in Vereinen oder Behörden aktiv oder sind es immer noch und haben damit einen wichtigen Teil zur Entwicklung unserer Stadt und unseres gesellschaftlichen Lebens in Dietikon beigetragen und dafür will ich Ihnen ganz herzlich danken.

Danke sagen möchte ich an dieser Stelle natürlich auch dem Frauenverein Dietikon und den zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die die alljährliche Seniorenweihnacht in der Stadthalle überhaupt erst möglich machen.

Unser Land, aber auch unsere Stadt, leben vom Milizsystem. Viele von Ihnen haben sich ein Leben lang, ausserhalb des eigenen Familien- und Berufslebens engagiert. Sie waren in Vereinen und Behörden miteinander verbunden und gemeinsam verantwortlich, Sie haben eben mehr gemacht als nötig ist, für sich selber, aber auch für andere!

Ohne ehrenamtliche Arbeit, wäre vieles in unserem Land und auch in unserer Stadt gar nicht möglich und darum müssen wir dem Milizsystem und der Freiwilligenarbeit unbedingt Sorge tragen und gerade auch die Jungen dazu animieren, sich aktiv als "Milizler" am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen - dies ist nicht nur für den Bestand unserer Vereine sondern für unsere ganze Gesellschaft enorm wichtig.

 Es war gerade auch am diesjährigen Stadtfest wirklich toll zu sehen, wie die ältere Generation immer noch fest zu- und anpacken kann und manch ein Junger, der so ein grosses Fest noch nie erlebt hat und sich übrigens eben auch nicht gewohnt ist, dass man hin und wieder auch einmal etwas ehrenamtlich bzw. gratis leistet, kann noch viel von den Älteren lernen.

Ich will jetzt aber nicht etwa einen Generationenkonflikt schüren und die Alten gegen die Jungen ausspielen - unsere Gesellschaft ist nämlich nur stark, wenn es uns gelingt, dass wir generationenübergreifend, alle Nationen und Konfessionen, friedlich miteinander zusammenleben können - das bedingt, dass wir die Bedürfnisse aller Altersklassen und Gesellschaftsschichten ernst nehmen, gleichzeitig aber auch dafür sorgen, dass sich Alle an die allgemeingültigen Regeln unseres Zusammenlebens, die gültige Rechtsordnung und an die historisch gewachsenen Wertvorstellungen halten und dabei der gegenseitige Respekt nicht verloren geht.

Die meisten von Ihnen haben vermutlich noch Zeiten von Entbehrungen und Bescheidenheit erlebt - Zeiten, in denen man nicht einfach zum nächsten Bancomat oder in die nächste Migros laufen oder mit dem Handy ein Pizza bestellen konnte. Wir leben heute in einer ganz anderen Zeit, wo Materialismus und Egoismus leider auch eine grosse Rolle spielen, gleichzeitig die Eigenverantwortung immer mehr auf der Strecke bleibt und man die Verantwortung gerne an einen Anderen abschiebt.

Gerade in der Adventszeit und an Weihnachten, dem Fest der Familien, der Freude und der Besinnung, bietet sich uns aber die Gelegenheit, wieder einmal in einem ruhigen Moment über die wirklich wichtigen Werte nachzudenken, vielleicht auch ein bisschen demütig zu werden und sich auch zu überlegen, was kann ich selber für einen gesellschaftlichen Beitrag leisten?

Leider wissen immer mehr Kinder und Jugendliche gar nicht mehr recht, warum wir Weihnachten überhaupt feiern - es geht nicht nur um Materielles, um Geschenkli,um einem selber, sondern es geht um die Geschichte von der Menschwerdung von Gott und es geht auch um den christlichen Glauben, worauf letztlich auch unser schweizerisches Werte- und Rechtssystem fusst und wir Älteren gefordert sind, dies auch den Jungen und den künftigen Generationen weiterzugeben.

Weihnachten ist auch das Fest der Liebe mit dem Wunsch nach einer friedlichen Welt - wie stark dieses Bedürfnis ist hat sich vor 104 Jahren, während dem ersten Weltkrieg gezeigt, als deutsche und englische Soldaten an der Westfront für mehrere Tage ihre Waffen ruhen liessen und zusammen in den Schützengräben Weihnachten gefeiert haben.

Leider gibt es auch heute immer noch kriegerische Ereignisse, die dafür sorgen, dass Leute auf der Flucht sind: Menschen, die in ihrem Heimatland tatsächlich an Leib und Leben gefährdet sind sollen bei uns selbstverständlich Schutz finden können, sofern sie selber einen aktiven Beitrag zu ihrer eigenen Integration leisten und unsere Werte, unsere Gepflogenheiten, unsere Sitten und Gebräuche und die hiesige Rechtsordnung kennen und auch respektieren.

 An Weihnachten erinnern wir uns mehr denn je an all jene Menschen unter uns, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die unter Einsamkeit leiden, die keine Arbeit haben oder krank sind. An Weihnachten rücken wir näher zusammen, erleben menschliche Nähe und gemeinschaftlichen Zusammenhalt, wie dies unter dem Jahr leider eher weniger der Fall ist und vielleicht müssten wir uns da den Schriftsteller Charles Dickens zu Herzen nehmen, der einst gesagt hat: "Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben."

Auch wenn man selber vielleicht nicht unbedingt gläubig ist, so ist die Weihnachtsgeschichte doch lehrreich für den Alltag für jeden von uns und zwar eben unabhängig davon, zu welcher Religion man gehört oder welche Sprache man spricht, weil die Geschichte rund um Weihnachten lehrt uns Mitmenschlichkeit und Fürsorge, etwas das für das friedliche Zusammenleben in einer Gesellschaft und auch in unserer Stadt von grosser Bedeutung ist.

 Liebe Dietikerinnen und Dietiker, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Liebsten im Namen des Stadtrates Dietikon eine schöne Adventszeit, frohe und besinnliche Weihnachtstage und schon jetzt einen guten Rutsch in ein hoffentlich glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes 2019!

Roger Bachmann, Stadtpräsident Dietikon