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Liebe Dietikerinnen und Dietiker

 

Es freut mich sehr, dass Sie so zahlreich zum diesjährigen Neujahrskonzert erschienen sind und dass ich Ihnen die Neujahrswünsche des Stadtrates Dietikon überbringen darf, verbunden mit der Hoffnung, dass Ihnen allen ein glückliches, zufriedenes und v.a. gesundes 2020 bevorsteht! 

Im letzten Herbst sind definitiv die Bagger bei uns aufgefahren und werden bis übernächstes Jahr dafür sorgen, dass wir Alle mehr oder weniger stark von Baulärm, Staub, Verkehrsumleitungen und anderen Unannehmlichkeiten tangiert sein werden - niemand von uns hat Freude daran und es ist auch verständlich, wenn die Veränderungen, die derzeit in der Region aber eben auch in unserer Stadt im Gange sind, bei einzelnen Leuten Besorgnis und zum Teil sogar Ängste auslösen.

 

Veränderungen können wir aber weder als Mensch noch als Gesellschaft aufhalten, weil sich alles in einem ständigen Wandel befindet. Wir sollten unsere Zeit und Energie nicht darauf verschwenden in der Veränderung nur das Negative zu sehen und sie hinauszuzögern, sondern lieber aktiv in einer sich verändernden Welt agieren, statt passiv zu bleiben um am Ende nur noch mit Verspätung reagieren zu können. Veränderung ist immer auch eine grosse Chance zu etwas Neuem und Gutem, auch wenn die Ungewissheit uns im Moment vielleicht noch Angst bereitet. 

Was für die Entwicklungen in der Welt, in unserer Stadt, in unserem unmittelbaren Lebensraum gilt, das gilt auch im ganz persönlichen und privaten Alltag, weil wir nicht allen Veränderungen aus dem Weg gehen können: Neues kann bedrohlich wirken, weil es unbekannt ist, weil man es noch nie erlebt hat. Es gehört aber zu unserem Leben, das immer wieder Unbekanntes auf uns zukommt und wir hin und wieder eben auch unsere Komfortzone verlassen müssen.

 

Unsere schnelllebige Zeit, der digitale Wandel mit allen Auswirkungen auf unser Leben, verlangen von uns allen ständige Lernbereitschaft und immer mehr Flexibilität. Mit dieser Tatsache tun sich nicht alle leicht und sind vielleicht manchmal sogar überfordert, darum stellt sich die Frage, wie man am besten mit diesem Wandel umgeht? Angst macht sich vermutlich vorallem dann breit, wenn man versucht Veränderungen zu ignorieren und zu umgehen, statt ihnen eben aktiv zu begegnen oder um es mit einem chinesischen Sprichwort zu sagen: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ 

Die Stadt Dietikon hat im letzten Jahr mit dem "studiodietikon" einen partizipativen Prozess angestossen, wo es darum geht, dass sich Einwohnerinnen und Einwohner, Vereine und verschiedenste Interessengruppen aktiv an der Stadtplanung, an der Gestaltung unserer Stadt, dem Lebensraum von uns Allen und künftigen Generationen beteiligen - es war erfreulich, wie viele Leute an den verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen haben und es würde uns freuen, wenn sich die Bevölkerung, Sie alle, auch künftig an solchen Diskussionen und am Leben in unserer Stadt beteiligen und die Zukunft eben aktiv mitgestalten würde - ich kann ihnen versprechen, dass wir nicht nur reden sondern möglichst auch konkrete Sachen umsetzen und realisieren wollen.

 

Mit über 27'000 Einwohner und mehr als hundert verschiedenen Vereinen hat unsere Stadt ein fast unerschöpfliches Reservoir an verschiedenen Kompetenzen und Fertigkeiten, die wir unbedingt nutzen müssen. Wenn wir alle, Bevölkerung, Behörden, Vereine, Gewerbe und Wirtschaft, zusammen an der Zukunft unserer Stadt bauen und dafür sorgen, dass sie eben auch mit Leben gefüllt wird, dann werden auch künftige Generationen gut und gerne hier leben und zufrieden sein. 

Das Schweizer Fernsehen ist im letzten Jahr in einer mehrteiligen Serie der Frage nachgegangen, warum die nordeuropäischen Länder zu den glücklichsten und zufriedensten auf der Welt gehören? Kurz zusammengefasst lautet die Antwort: Weil man einen sehr grossen Zusammenhalt in der Gesellschaft hat, miteinander und nicht gegeneinander ist, weil man Teil eines Ganzen sein, sich Zugehörig fühlen will und immer wieder auch gemeinsame Erlebnisse schafft.

 

Insofern sollten wir uns an den skandinavischen Ländern unbedingt ein Vorbild nehmen, noch mehr zusammenstehen, miteinander zusammen sein und zwar ganz gleich woher man kommt, wie alt oder jung man ist, welche Ideologien und Wertvorstellungen man teilt - weil eines eint uns alle, nämlich die Tatsache, dass wir Dietikerinnen und Dietiker sind und auf das und auf unsere Stadt dürfen wir stolz sein, auch wenn von ortsunkundigen und den Boulevardmedien gelegentlich versucht wird uns ein schlechtes Image anzudichten, das rein gar nichts mit der Realität zu tun hat.

Hören wir nicht auf das Geschwätz von Anderen, gehen wir den Weg, von dem wir finden dass er der richtige sei und zwar in Bezug auf unser eigenes Leben aber auch in Bezug auf die Entwicklung unserer Stadt - wie hat der römische Philosoph und Politiker Seneca schon gesagt: "Nichts bringt uns mehr vom Weg zum Glück ab, als dass wir uns nach dem Gerede der Leute richten, statt nach unseren Überzeugungen."

Auch in Bezug auf das Neujahrskonzert sind wir dieses Jahr einmal einen anderen, neuen Weg gegangen: Als ich vor knapp einem Jahr einem Konzert, das vom Circolo Culturale organisiert worden ist, beiwohnen durfte, war ich von der sehr hohen musikalischen Qualität und der tollen Stimmung beeindruckt - dieser Umstand und die Tatsache, dass die Italienerinnen und Italiener mittlerweile schon seit Generationen bedeutender Teil unserer Bevölkerung sind und nicht wenige in der Zwischenzeit das Schweizer Bürgerrecht erworben haben, was am Schluss einer erfolgreichen Integration steht, haben mich dazu bewogen der Stadtverwaltung den Auftrag zu geben mit dem Circolo Culturale zu klären, ob er uns allenfalls einmal bei der Ausrichtung des Neujahrskonzertes unterstützen könnte - es ist toll, dass es so schnell geklappt hat und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die sich in diesem Zusammenhang engagiert haben, ganz speziell beim Präsidenten des Circolo Culturale, Mario Pingitore.

 

Danken möchte ich aber natürlich v. a. auch dem Ensemble, das extra für uns aus Italien angereist ist, nämlich dem Streicherensemble "LE MUSE", unter der Leitung von Maestro Andrea Albertini, mit den beiden Solistinnen, Angelica Depaoli und Linda Campanella: Gentil Signor Maestro, gentili signore, benvenuti a dietikon e molte grazie per il meraviglioso concerto! 

Neues erwartet Sie übrigens auch nach dem Konzert beim Apéro, der wie jedes Jahr von den Mitgliedern des Gemeinderates serviert wird: Sie können nämlich zum ersten Mal nicht nur roten und weissen Stadtwein trinken, sondern als Premiere auch vom neuen Mousseux oder auf Deutsch Schaumwein probieren, der aus Trauben unseres städtischen Weinbergs in Weiningen produziert worden ist.

Die Idee zum Mousseux stammt übrigens von Robin Haug, einem jungen und innovativer Winzer aus Weiningen, der ausgebildeter Oenolog ist und ab diesem Jahr auch für die Produktion unseres Weissweins verantwortlich sein wird. Wenn Sie einmal ein Geschenk aus Dietikon oder Nachschub für den eigenen Weinkeller brauchen, dann können Sie den Stadtwein und den Mousseux gerne im Stadthaus käuflich erwerben.

 

Zum Schluss bleibt mir noch der Hinweis auf die Kollekte, die in diesem Jahr an die Stiftung Solvita in Urdorf geht, wo Menschen mit einer Behinderung in unserer Region einen Schul-, Ausbildungs-, Arbeits- oder auch Wohnplatz finden.

Jetzt wünsche ich Ihnen allen aber weiterhin viel Vergnügen bei unserem Neujahrskonzert und anschliessend "Prosit Neujahr" beim Apéro.

 

Roger Bachmann, Stadtpräsident