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Wege in die Depression – und aus der Depression

 

Auf Einladung des Seniorenrates Dietikon referierte Prof. Dr. med. Daniel Hell, Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie, im Gemeinderatssaal des Stadthauses Dietikon über die Krankheit Depression, eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Mindestens 20% aller Menschen - betroffen sind vor allem ältere Menschen - erkranken einmal in ihrem Leben an einer Depression, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Mitbetroffen sind auch eng mit Depressiven zusammenleben Angehörigen.


Prof. Hell legte dar, dass Enttäuschungen und Stimmungstiefs normale Gefühlsreaktionen sind. Schmerz und Trauer gehören ebenso wie Freude zum menschlichen Leben. Sie stellen nichts Krankhaftes dar. Erst wenn sie sich verselbstständigen und ins Extreme gesteigert sind, bekommen sie Krankheitscharakter. Wer sich seit mehr als 2 Wochen ständig niedergeschlagen und freudlos fühlt, das Interesse an vielen Dingen verliert und sich nur schwer zu einfachen Aktivitäten aufraffen kann, fragt sich zu Recht: «Bin ich depressiv?». Bei einer Ersterkrankung besteht meist ein Zusammenhang mit einem belastenden Lebensereignis. Depressionen können als anhaltende oder als wiederkehrende Erkrankungen auftreten.


Im Vordergrund können körperliche Beschwerden wie z.B. Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme und Kopfschmerzen stehen. Im vertieften Gespräch mit dem Hausarzt gelingt es, die verborgene Depression aufzudecken. Er wird den Patienten einem Facharzt für Psychiatrie überweisen, der die notwendige weitere Abklärung und die medikamentöse und/oder psychotherapeutische Behandlung übernimmt. Letztere zielt unter anderem darauf ab, dass die Betroffenen ihr Leben aktiver gestalten und negative Denkmuster abbauen. Ganz allgemein kann gesagt werden, dass je nach ‚Ursache‘ einer Depression, die körperliche Therapie der Störung, eine psychosoziale Unterstützung, eine Entlastung oder die Förderung der Selbstachtung hilfreich aus einer Depression führen können.

Am Ende seiner Ausführungen beantwortete Prof. D. Hell die Fragen der zahlreichen Zuhörer.

 

Bericht: Peter Heinzer

Bildergalerie: Anton Scheiwiller