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Limmattal 


Senioren wünschen sich sichere Trottoirs und weniger Anonymität

Von Sandro Zimmerli

Dietikon Die Stadt sammelte Anregungen für ihr neues Altersleitbild, das sie 2015 verabschieden will. Deshalb liess der Stadtrat die Seniorinnen und Senioren zu sieben Themenbereichen diskutieren



"Das neue Altersleitbild schafft die Grundlagen für die Alterspolitik der nächsten 20 Jahre".

Rolf Schaeren Stadtrat







Selbstbestimmt und selbstständig sind zwei Begriffe, die am Samstagmorgen im Dietiker Stadthaus des Öfteren zu hören waren. Sie zeugten davon, wie sich die ältere Generation ihr Leben nach der Pensionierung vorstellt. Dieser Lebensphase war denn auch der Workshop gewidmet, zu dem der Stadtrat und der Seniorenrat einluden. Von den Senioren selber wollten sie in Erfahrung bringen, was für ältere Menschen in Dietikon noch besser werden könnte oder welche Angebote ausgebaut werden sollen. Die Anregungen sollen der Exekutive schliesslich dabei helfen, ein neues Altersleitbild zu erstellen und damit die Grundlagen für «die Alterspolitik der nächsten 20 Jahre zu schaffen», wie Stadtrat Rolf Schaeren erklärte.

Es waren vielfältige Anliegen, welche die Senioren vorbrachten. In Gruppen diskutierten sie zu den sieben Themenkomplexen Bildung und Kultur, Wohnen, Stadtentwicklung, Information und Koordination, Gesundheit und Prävention, Sicherheit sowie Erholung und Begegnung über ihre Bedürfnisse. Schon rasch zeigte sich, dass die Themenfelder nicht scharf voneinander getrennt werden können. Exemplarisch zeigte sich dies beim Wunsch nach besseren Informationen. Im Grossen und Ganzen sind die Senioren mit den Angeboten an Kultur, Sport oder Gesundheit zwar zufrieden. Allerdings seien viele davon einer breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Die Senioren wünschen sich deshalb diesbezüglich eine bessere Information, und zwar sowohl online als auch in gedruckter Form.

Wohnen ist grosses Thema

Ein anderes wichtiges Anliegen betrifft die Verkehrssicherheit. Viele ältere Menschen fühlen sich angesichts der verschiedenen Verkehrsteilnehmer nicht mehr wohl auf dem Trottoir oder dem Fahrrad. Sie erhoffen sich, dass der Stadtrat geeignete Massnahmen trifft, um diese Situation zu verbessern. Ebenfalls ein grosses Thema ist das Wohnen. Möglichst lange und selbstständig wollen die Senioren in den eigenen vier Wänden leben. Wünschenswert seien deshalb auch ein Ausbau des Spitexangebots oder mehr Ärzte, die Hausbesuche machen, hiess es immer wieder. Weiter brauche es mehr bezahlbare Alterswohnungen im Zentrum und nahe beim öffentlichen Verkehr. Auch die Idee einer zentralen Anlaufstelle, die Tipps geben kann, wenn jemand in eine kleinere Wohnung ziehen will, wurde vorgebracht.

Bezüglich des Zusammenlebens hat die ältere Generation ebenfalls klare Vorstellungen. Wichtig ist ihnen, dass die Begegnungen zwischen Schweizern und Ausländern gefördert werden. Auch ein Treffpunkt in Form eines Cafés mit Konditorei war ein vielfach geäusserter Wunsch. Als gutes Beispiel wurde die erst kürzlich wiedereröffnete Konditorei Frei in Geroldswil genannt. Einigen Teilnehmern erscheint Dietikon derzeit als Schlafstadt, in der die Anonymität zunimmt. Dies wurde unter anderem mit dem zu schnellen Wachstum der Ortschaft in Verbindung gebracht. Positiv bewertet wurden hingegen die Naherholungsräume.

Die Stadt wird die Anregungen der Senioren nun sammeln, sie gliedern und zusammen mit Vertretern der Kirchen, der Pro Senectute, der Regio-Spitex und dem Seniorenrat weiter diskutieren, wie Rolf Schaeren erklärte. «Der Zeitplan sieht vor, dass der Stadtrat das neue Altersleitbild gegen Ende des ersten Quartals 2015 verabschiedet», hielt er fest. Es wird dann jenes Leitbild ersetzen, das 1995 in Kraft trat und seine Schuldigkeit mit der Renovation des Alters- und Gesundheitszentrums getan hat.

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