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Palmsonntag 2016 in Dietikon

Am vergangenen Sonntag begann mit dem Palmsonntag die Heilige Woche, die Karwoche, in der an das Leiden und Sterben Jesus gedacht wird. Ist dies jedoch noch zeitgemäss bei zunehmender Zahl Menschen, die sich zu keiner Glaubensgemeinschaft mehr zugehörig fühlen? Wie kann man die Botschaft der Passion des Gründers der Christenheit in die heutige Zeit nehmen? Eigentlich ist das nicht einfacher als das! Jesus Botschaft, als der Friedensstifter, hat seine Aktualität bei weitem nicht eingebüsst. Annähernd 90 Kinder, vor allem die Erstkommunikanten, gaben im Familien-Gottesdienst in St. Agatha Zeugnis davon: Jesus, der König vom Frieden, ist in unserer Mitte, er öffnet unsere Augen, Ohren, er erzählt uns, was zum Friedenmachen dazu gehört, er lädt uns ein (Brot) zu teilen. Und vor allem will er uns bewegen! Anhand von T-Shirts, die die Kinder in den Gottesdienst brachten, können auch wir heute noch Fan von Jesus sein.

Wenn Christen Palmsonntag feiern, erinnern wir uns an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem vor seinem Leiden. Jerusalem, das ist nicht nur eine ferne Stadt, weit von hier. Jerusalem, das ist auch unsere Stadt und unsere Versammlung im Gottesdienst. Wir alle sind das Volk Gottes, die Heilige Stadt Jerusalem. Jesus will bei uns einziehen. Er will bei uns ankommen. Die 70 Palmbäumli der Kinder und die grünen Zweige sind Zeichen vom Leben und vom Frieden. Jesus will nicht von Soldaten mit Gewehren begleitet werden, die nicht zu ihm passen. Unsere grünen Zweige sind Friedensbotschaften in einer Welt die von Kriegen heimgesucht wird, in der die Entfremdung zunimmt, Gemeinschaften mit zunehmendem Egoismus nicht mehr lebensnotwendig scheinen.

Wenn wir einmal im Jahr eine Palmsonntag-Prozession feiern, ist dies unser Zeichen, dass wir auf einen grünen Zweig kommen wollen, nicht nur für uns, sondern für alle Menschen guten Willens, in einer Welt voller Frieden. So werden die Zweige, die alle Gläubigen mit Nachhause nehmen, eine Erinnerung und eine Aufforderung überall, wo wir leben, Frieden zu stiften und Frieden zu halten. Wo wir diese Zweige hinstecken, da soll sichtbar werden, dass wir - wie Jesus - Menschen des Friedens sind.

 

Silvia Weiss Demarmels

Familienseelsorgerin und Katechetin, Dietikon, 21.3.2016